Mecklenburg Vorpommern

Kurzurlaub

Wir waren beide der Meinung, dass wir unser Boot noch nicht richtig genutzt hatten. Daher wollte Ute auf jeden Fall noch einmal irgendwo paddeln. Die Lahn bietet sich zwar an, da sie um die Ecke ist, aber Pete war das zu „maukig“. 2003 war Pete schon einmal mit lieben Freunden in Mecklenburg-Vorpommern und haben dort einen tollen Paddel-Urlaub in der Gegend um „Kakeldütt“ verbracht. Als Ute die Bilder von damals sah, war die Sache quasi schon gebucht. Zwischen Petes Bogenturnieren haben wir noch einen Slot von fast zwei Wochen gefunden. Also haben wir noch schnell einen Campingplatz gesucht und ab ging die wilde Fahrt.

 

Dann kam die Frage: „Wollen wir unsere Fahrräder auch mitnehmen?” Oh je, das wird Tetris in der Heckgarage. Wir haben aber alles super eingeladen und uns mit Fahrrädern und Boot auf den Weg gemacht. Unser grobes Ziel war der Campingplatz am Leppinsee. Nach einer Zwischenübernachtung in der Nähe von Magdeburg sind wir schließlich gut angekommen. Es ist wirklich toll mit dem VanTI, dass man die Strecke nicht am Stück fahren muss, sondern einfach rechts ranfahren und am nächsten Tag weiterfahren kann. „Wilde Fahrt“ trifft es also überhaupt nicht, wir rollen und treiben eher so dahin.

Paddeltouren

Der Campingplatz verfügt über einen kleinen Sandstrand und eine tolle Möglichkeit, Boote einfach ins Wasser zu lassen. Hier landen auch viele Paddler an, die auf Mehrtagestouren unterwegs sind. Dafür hat der Campingplatz einen Platz direkt am See, auf dem die Wanderpaddler übernachten können. Das ist eine tolle Sache – quasi Weitwandern, nur halt mit einem Boot.

Die nächste Paddeltour führte uns in nördlicher Richtung zum Woterfitzsee. Hier konnten wir durch einen engen Kanal fahren, in dem die Bäume am Rand ihre Wurzeln wie in den Mangroven ins Wasser hängen ließen. Es war ein tolles, entspannendes Gefühl, wenn man bei langsamer Fahrt nur das glucksende Wasser hört und so dahingleitet. Am Ende des Kanals kam uns der Woterfitzsee fast so groß wie die Ostsee vor. Leider zog sich das Wetter zu, sodass wir mit voller Kraft in den Heimathafen zurück mussten.

Unsere erste Tour führte uns Richtung Mirow, vorbei an unzähligen Seerosen. Abends waren unsere Schultern und Arme ganz schön lahm. Ein Feierabendbier bei Sonnenuntergang am See hatten wir uns auf jeden Fall verdient.

Radtouren

Um auch den Rest des Körpers zu belasten, sind wir zwischen den Bootstouren ein bisschen Fahrrad gefahren. Unsere erste Tour führte uns nach Mirow, wo wir das alte Schloss besichtigt haben.

 

Anschließend haben wir in der alten Schlossbrauerei in Mirow lecker gegessen. Ute hat einen köstlichen Fisch mit Gemüse gegessen, Pete entschied sich für Mecklenburger Schweinebraten mit Sauce und Klößen. 

Eine weitere Tour führte zu „Fischers Land Boek“.

 

Hier kann man entweder selbst angeln oder einfach leckeren Fisch genießen.

 

In Mecklenburg-Vorpommern kann man übrigens einen Touristen-Angelschein erwerben, auch wenn man keinen Fischereischein hat. Da Angeln nicht gerade zu unseren Kernkompetenzen gehört (was wir in den fischreichsten Gewässern Norwegens bewiesen haben), wird der gefangene Fisch nicht gerade günstig: Touristen-Angelschein: 28,– € + Tageskarte für die Teiche ab 6,– € zuzüglich 5,– € für jeden gefangenen Fisch. Das heißt, der erste gefangene Fisch kostet fast 40 €, auch wenn er nur so groß wie eine Sardelle ist! 

 

Wir haben uns daher für eine fertig ausgenommene und geräucherte Forelle entschieden. Sehr lecker!

 

Kurz vor unserer Rückfahrt gab es ein übles Unwetter mit Starkregen und Hagel. Wir sind noch auf einen Kaffee geblieben und sind erst losgefahren, als es etwas besser wurde. Gerade rechtzeitig vor dem nächsten Guss kamen wir an unserem Campingplatz an.

Wir haben mittlerweile die Fähigkeit perfektioniert, unsere Pläne zu ändern und sie den Umständen anzupassen – bis hin zur Sprunghaftigkeit. Eigentlich wollten wir uns hier noch eine Weile die Zeit vertreiben, aber das Wetter wurde immer schlechter und auch für die nächsten Tage sah es nicht viel besser aus. Wir mussten jetzt schon einen trockenen Zeitraum zwischen den Regenphasen erwischen, um etwas zu unternehmen. Also haben wir uns langsam auf den Rückweg mit interessanten Zwischenstopps gemacht.

Planwechsel

Ferropolis - die Stadt aus Eisen - ist eine Halbinsel, die von einem See umgeben ist, der durch den Tagebau entstanden ist. Hier hat man fünf alte Bagger stehen lassen, von denen man zwei besteigen kann. 

 

Das Gelände wird für diverse Festivals genutzt und dann werden die Bagger auch nachts beleuchtet. Leider war das bei unserem Besuch nicht der Fall, trotzdem war es für 8 € Eintritt ein interessanter Ausflug. Es gibt auch Zeiten, zu denen man direkt bei den Baggern mit dem Wohnmobil übernachten kann, allerdings kostet das 33 € pro Nacht, ohne dass irgendeine Infrastruktur vorhanden ist. Wir haben einfach auf dem Parkplatz davor für 0 € gestanden und eine ruhige Nacht gehabt.

 

Die Bagger haben übrigens alle Namen, zum Beispiel: „Big Wheel“, „Gemini“, „Mad Max“ oder „Medusa“. Das ergibt irgendwie Sinn. Warum einer aber „Mosquito“ heißt, ist schon speziell.  Bei genauerer Betrachtung erkennt man den dicken Körper und den langen Rüssel, der entfernt an eine Mücke erinnert. Außerdem ist er mit 792 Tonnen der kleinste Bagger, während die anderen zwischen 1000 und 2000 Tonnen wiegen und 3 bis 8 Mann Besatzung benötigen.

 

Die Bagger wirken gewaltig, sind aber Spielzeuge gegenüber dem größten Bagger der Welt: dem Bagger 293 mit einem Gesamtgewicht von 14.196 Tonnen! Er wird im Braunkohletagebau in Hambach eingesetzt. 

Ferropolis

Das war ein toller Tipp eines guten Freundes. Eigentlich hatten wir auch die Wartburg auf dem Plan, aber das Wetter und die Preise haben uns nicht motiviert, uns diesen Klotz auch noch anzusehen.

 

Wenn man die Drachenschlucht besuchen möchte, gibt es einen Einstieg von unten und einen von oben. Am unteren Ende gibt es spezielle Wohnmobilstellplätze, die jedoch alle kostenpflichtig sind. Blöderweise von 00:00 Uhr bis 00:00 Uhr. Das heißt, wenn man eine Nacht stehen will, muss man eigentlich zwei Nächte bezahlen. Das hört sich blöd an, ist aber so.

 

Wir sind also bis ans obere Ende gefahren. Hier gibt es einen nicht kostenpflichtigen Parkplatz (Parkplatz Hohe Sonne), von dem aus man nur 100 m bis zum Einstieg in die Drachenschlucht läuft. Es gibt hier auch öffentliche Toiletten (bei uns außer Betrieb) und ein Restaurant (geschlossen wegen Umbau), aber sonst nichts (aber das funktioniert auch 😆). Zwar steht man direkt an der Straße, aber der Verkehr war nachts doch mehr als gedacht, war aber absolut erträglich. Direkt davor gibt es auch eine Bushaltestelle, von der aus man fast stündlich zum Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) nach Eisenach fahren kann.

 

Die Drachenschlucht ist absolut sehenswert. Sie ist etwa 3 km lang und an den engsten Stellen nur etwa 70 cm breit. Neben normalen Waldwegen gibt es immer wieder enge Passagen, in denen man sich zwischen den Felsen hindurchschlängeln muss. Unterwegs gibt es weitere Abzweigungen zur Landgrafenschlucht, zur Elfengrotte, zur Wartburg oder Richtung Rennsteig.

Drachenschlucht bei Eisenach

Da das Wetter am nächsten Tag noch schlechter wurde, waren wir froh, dass wir am Abend zuvor noch durch die Drachenschlucht gewandert waren und machten uns auf den Heimweg. Das Schöne an einem Wohnmobil ist eben, dass alles kann, aber nichts muss. Es war trotzdem ein toller Kurzurlaub! 

Leider ist dieser Bericht recht kurz geworden, was dem schlechten Wetter geschuldet ist. Wir haben viele Dinge einfach nicht fotografiert, da sie vor dem grauen Himmel nicht so gut ausgesehen haben. Wir haben daher ein paar Links in den Text eingebaut, über die ihr euch Bilder der entsprechenden Orte bei schönem Wetter ansehen könnt.

Nachtrag

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